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Anabolika

Clostebol
Dianabol
Metenolon
Nandrolon
Stanozolol
Tetrahydrogestrinon


Unter dem Begriff Anabolika werden künstlich hergestellte Hormone zusammengefasst, die in ihrer chemischen Struktur und ihren Wirkungen dem männlichen Geschlechtshormon Testosteron ähnlich sind. Sie werden meist zur Unterstützung des Muskelaufbau verwendet oder medizisch-therapeutisch bei starkem Gewichtsverlust oder Wachstumsstörungen eingesetzt.

Wirkstoff: Nandrolon, Anadrol-50, Stanozolol, Clostebol, Dianabol, Metenolon, Tetrahydrogestrinon (THG)

Wirkungsbeginn: Anabolika werden als Tabletten eingenommen oder in den Muskel gespritzt. Ihre Wirkung tritt nach Tagen bis Wochen ein.

Wirkungsdauer: eine Woche bis drei Monate

Wirkungen und Nebenwirkungen

In geringen Mengen: Aufbau von Muskelmasse, Verringerung des Körperfettanteils, Leistungs-, Kraft- und Appetitsteigerung, Steigerung sexueller Lust

In größeren Mengen: Müdigkeit, Blutdruckanstieg, Akne, vermehrtes Schwitzen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Aggression, Stimmungsschwankungen bis zu Psychosen, "Vermännlichung" des Äußeren, Leber- und Nierenschädigungen, Unfruchtbarkeit, Herzmuskelschwäche, psychische Abhängigkeit

Wechselwirkungen mit antiretroviralen Medikamenten

Protease-Inhibitoren (PI)und NNRTI: Die Medikamentenspiegel können sich gegenseitig beeinflussen.
Z. B. wird Nandrolon in der Leber ähnlich wie Testosteron abgebaut. Testosteron ist ein Substrat des Isoenzyms CYP-3A4 [3,4,5], d. h. die Bildung des aktiven Metaboliten Dihydrotestosteron (DHT) kann durch PIs gehemmt und durch NNRTIs induziert werden. In einer Studie erhöhte sich das freie Testosteron und die fettfreie Masse nach Beginn einer HIV-Therapie. Der Anstieg war nach 64 Wochen bei Patienten mit Combivir® (Lamivudin und Zidovudin) größer als bei Zerit® (Stavudin)+Videx® (Didanosin) und bei Sustiva® (Efavirenz)-Patienten größer als für Viracept® (Nelfinavir) [1]. Auf der anderen Seite kann Testosteron die Blutspiegel der PIs durch die Hemmung des Transportrmoleküls P-Glykoproteins beeinflussen, so dass bei der Einnahme von Testosteron oder Anabolika die Medikamentenspiegel im Blut überprüft werden sollten.
Da in Studien nur einzelne Substanzen getestet werden, sind Wechselwirkungen weiterer Substanzen trotz Nicht-Nennung nicht ausgeschlossen!

Wechselwirkungen mit anderen Drogen

Direkte Wechselwirkungen sind bisher nicht bekannt. Es ist jedoch anzunehmen, dass sich körperliche Folgeschäden (z.B. Bluthochdruck bei regelmäßigem Alkoholkonsum und der Einnahme von Anabolika) gegenseitig verstärken.

Gesundheits-Tipps, Safer Use

Literatur

[1] Dubé MP, Parker RA, Mulligan K. Effects of potent antiretroviral therapy on free testosterone levels and fat-free mass in men in a prospective, randomized trial: A5005s, a substudy of AIDS Clinical Trials Group Study 384. Clin Infect Dis 2007; 45(1):120-6. Epub 2007 May 22.
[2] Inaba T, Fischer NE, Riddick DS. HIV protease inhibitors, saquinavir, indinavir and ritonavir: inhibition of CYP3A4-mediated metabolism of testosterone and benzoxazinorifamycin, KRM-1648, in human liver microsomes. Toxicol Lett 1997; 93(2-3):215-9.
[3] Hansten PD, Horn JR. Cytochrome P450 Enzymes and Drug Interactions, Table of Cytochrome P450 Substrates, Inhibitors, Inducers and P-glycoprotein, with Footnotes. In: The Top 100 Drug Interactions - A guide to Patient Management. 2007 Edition. Freeland, WA: H&H Publications; 2007:159-175.
[4] Rendic S, Nolteernsting E, Schänzer W. Metabolism of anabolic steroids by recombinant human cytochrome P450 enzymes. Gas chromatographic-mass spectrometric determination of metabolites. J Chromatogr B Biomed Sci Appl 1999; 735(1):73-83.
[5] Schänzer W. Metabolism of anabolic androgenic steroids. Clin Chem, 42 (1996) 1001-20. Review.



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