GHB

Wirkungen und Nebenwirkungen

  • Die Wirkung ist von Person zu Person unterschiedlich, abhängig von Dosis, Körpergewicht und Einflüssen weiterer konsumierter Drogen.
  • In geringen Mengen: ähnlich einem Alkoholrausch (euphorisierend, entspannend, sozialisierend); Berührungen werden intensiver wahrgenommen, dadurch sexuelle Stimulierung möglich;
  • Höhere Dosis wirken auf körperlicher Ebene mit verstärkt sexuell anregender Sensibilität (erhöhte Libido und Hemmungslosigkeit).
  • Bei 1,8 ml GHB kann es bereits zu Überdosierungen kommen. Dann stehen Müdigkeit und Übelkeit, oft mit Brechreiz im Vordergrund. GHB reizt die Magenschleimhäute, deshalb wird es immer verdünnt konsumiert. Weiter kann es zur Ohnmacht, einem plötzlich narkotischen Schlaf bzw. zum Zusammenbrechen z.B. auf der Tanzfläche kommen.
  • GHB hat eine geringe therapeutische Breite. Dosen von mehr als 3 ml wirken tödlich. Die Vergiftung äußert sich in Schläfrigkeit bis hin zu Koma, Verwirrung, Erbrechen, niedrigem Blutdruck und verminderter Atmung. Die Kombination aus Bewusstlosigkeit und Erbrechen ist besonders gefährlich, da sie zum Erstickungstod führen kann.
  • Da der Unterschied zwischen wirksamer und toxischer Dosis bei GBL/GHB sehr gering ist, sollte immer mit einer kalibrierten Pipette oder Spritze die Menge sorgfältig abgemessen werden.
  • Ein 2-stündiger Abstand bietet einen gewissen Schutz vor Toxizität. Ein geringes Nachspritzen erhöht wiederum das Risiko von Überdosierungen und ist zu vermeiden. Körperliche Erschöpfung durch Überanstrengung, Hitze durch Sauna oder Dehydration durch Flüssigkeitsmangel können außerdem Toxizitäten hervorrufen. 
  • Bereits kurzfristiger, regelmäßiger Gebrauch von GBL/GHB kann zu einer physischen Abhängigkeitsentwicklung führen. Wenn GBL/GHB regelmäßig eingenommen wird, können Angstsymptome, Schwitzen und Schlaflosigkeit auftreten. Um Entzugssyndrome zu vermeiden, fühlen sich die Gebraucher gezwungen in festgelegten Zeitintervallen GBL/GHB einzunehmen. Beim Absetzen der Substanz sind die Entzugssymptome teilweise so stark, dass sie intensivmedizinisch behandelt werden müssen.

Zum Wirkstoff

  • * Liquid Ecstasy hat chemisch nichts mit Ecstasy zu tun.
  • **GBL, eine Vorstufe von GHB, wird in der Industrie als Lösungsmittel eingesetzt. Es wird schneller vom Körper aufgenommen als GHB und ist noch schwerer zu dosieren; der Konsum von GBL hat schon zu Todesfällen geführt.

Wechselwirkungen mit HIV-Medikamenten

  • Die Abbauwege sind unklar. Ein Fall berichtet über GHB-Toxizität unter einem Booster Regime mit epileptischen Anfällen, verlangsamtem Herzschlag, Atemdepression und Bewusstseinsverlust.
  • Abacavir (Ziagen®) wird wie GBL über die Alkoholdehydrogenase abgebaut. Ein konkurrierender Abbau ist nicht auszuschließen.
  • Niedrige GHB Dosen sind unter einer HIV-Therapie damit unerlässlich.

Wechselwirkungen mit anderen Drogen

Alkohol

  • nicht mit alkoholischen Getränken kombinieren. Alkohol hemmt den Abbauprozess von GHB/GBL im Körper. Das führt zu einem gefährlichen Anstieg eines weiteren GHB-Metaboliten, der eine lebensgefährliche verminderte Atmung hervorrufen kann.

Benzodiazepine (Tranquilizer), Barbiturate, Antihistaminika und Ketamin

  • sind erst wieder 12 Stunden nach der letzten GHB/GBL-Dosis erlaubt. Das Risiko einer Überdosierung ist auch bei gewöhnlichen Dosen erhöht.

Ketamin

  • extreme Vorsicht bei der Kombination. Es gibt einen Bericht über einen Patienten, der aufgrund einer Überdosis GHB verstarb, da er unter einer hohen Ketamin-Dosis so bewegungsunfähig war, dass er nicht um Hilfe bitten konnte.

GHB

  • verstärkt die antidepressive Wirkung von Opiaten.

Gesundheits-Tipps, Safer Use

  • Die Gefahr einer unbeabsichtigten Überdosierung von GHB/GBL ist sehr hoch; Anzeichen sind starke Schläfrigkeit und danach ein mehrstündiger, nur schwer störbarer Schlaf sowie das Verschwinden des Lidreflexes – oft kann man kaum einschätzen, ob jemand nach GHB/GBL-Konsum nur im Tiefschlaf ist oder im Koma liegt. Im Zweifelsfall sofort einen Arzt rufen!
  • GHB/GBL niemals alleine konsumieren – wichtig ist, dass im Zweifelsfall jemand mit klarem Kopf Hilfe holen kann!
  • Der Mischkonsum mit anderen Drogen ist zu vermeiden. Allerdings können lebensgefährliche Überdosierungen bereits ohne Mischkonsum auftreten.
  • In Discos und Clubs sind Getränke möglichst nicht unbeaufsichtigt stehen zu lassen: Wird das geschmacklose GHB in Getränke gemischt, kann es reaktionsunfähig machen und zum „Filmriss“ führen (retrograde Amnesie). Unter dem Einfluss dieser Droge sind Frauen und Männer schon Opfer sexueller Gewalt geworden.